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HERITAGE EAGLE ARCHTOP
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Die The Heritage Guitar Company eröffnete
April 1985, nachdem die Firma Gibson ein halbes Jahr zuvor
Meine Heritage Eagle ist eine vollmassive Archtop.
Sie hat statt der Mahagonidecke des Standardmodells Im Gegensatz zum Standard Eagle Modell
hat diese Gitarre außerdem ein Halsbinding und einen in die Decke
eingebauten Humbucker in der Halsposition, der über ein Volume- und ein
Tonpoti regelbar ist. Solche Besonderheiten sind bei Heritage Gitarren nicht unbedingt ungewöhnlich. Man kann auch heute noch bei Heritage nach Custom Shop Manier alle möglichen Sonderwünsche anmelden, wobei aber jeder Wunsch natürlich einen Aufpreis mit sich bringt.
Die Heritage Eagle hat wie z.B. auch die Gibson L5 eine 65 cm Mensur. Mit dem aufgezogenen .012 bis .054 Inch Saitensatz ist die Gitarre sehr gut spielbar. Für einen die Les Paul Mensur gewöhnten Spieler wie mich ist allerdings schon etwas Eingewöhnung erforderlich. Die Spielweise ändert sich auch sozusagen automatisch. Die sonst problemlos möglichen Ganzton Bendings sind z.B. plötzlich gar nicht mehr so angesagt. Unverstärkt gespielt ist die Gitarre
etwas leiser als eine Dreadnought Akustikgitarre und der Klang ist
deutlich anders. Es klingt beileibe nicht so "schön" breit und
Hifi-mäßig wie bei einer guten Stahlsaiten Akustikgitarre. Die Gitarre hat außerdem mit dickeren Saiten bemerkenswert viel Bass. Akustisch ist das gut, elektrifiziert leicht dessen zuviel. Mein kleiner Roland Mini Cube ist damit schnell hoffnungslos überfordert und vibriert sich aus allen Ritzen hustend fast selbst vom Tisch. Jeder ausgewachsene cleane Verstärker mit Bassregler kommt aber sehr gut mit der beleibten Dame klar. Rückkopplungen sind natürlich konstruktionsbedingt schnell ein Thema. Man muss eben die Position zum Verstärker daraufhin ausrichten und auch mit dem Gain haushalten. Das ist nun mal so mit einer Archtop. Wie schon gesagt bleibt der schöne rauchige, knarzige Charakter auch im elektrischen Betrieb erhalten. Vielseitig ist sie nicht, sie hat nur diesen Ton. Es klingt sehr holzig jazzig, aber keinesfalls dumpf. Zu den reichlich aufgetischten unteren Registern gesellen sich zum Glück genug Brillanzreserven. Um einen dumpferen, verhangeneren Jazz-Ton zu bekommen, (raunchy nennt man das, glaube ich gelesen zu haben) muss man schon am Tonpoti drehen. Der Humbucker überträgt den recht speziellen akustischen Charakter der Gitarre in meinen Ohren recht gut in die elektrische Welt. Ich weiß, dass Heritage in den neunziger Jahren Schaller Pickups verbaute und vermute deshalb, dass ich es hier mit einem zu tun habe. Vielleicht probiere ich irgendwann mal einen anderen aus, wer weiß, momentan ist mir aber gar nicht danach. Am Verstärker sollte man in zumindest halbwegs cleanen Gefilden bleiben. Für verzerrte Sound ist diese Gitarre einfach nicht gemacht und das zeigt sie einem auch. Erst mal natürlich durch schnell einsetzende Rückkopplungen, aber auch der Klang ist dann nicht wirklich erheiternd. Das Holzige verschwindet und es wird fett dröhnig. Die Gitarre sträubt sich regelrecht dagegen. Da bleibt man nicht lange, das ist nix. Je weiter man den Zerrgrad zurückdreht, desto mehr geht die Sonne auf. Für diese Sachen sind andere Gitarren da.
Ich habe meine Heritage Eagle in den USA gekauft. Sie entsprach mit dem einzelnen Humbucker, der Holzauswahl, dem runden (venetian) Cutaway und dem Halsbinding genau dem, was ich gesucht hatte. So bin ich das Risiko eingegangen. Ich habe inklusive Fracht etwas weniger als 2000 Euro ausgegeben, das war es mir wert. Die Verarbeitung der Gitarre ist
erstklassig bis auf zwei kleine Mankos. Der Saitenführung am Sattel war nicht hundertprozentig ausgerichtet, die A Saite
war etwas von der E Saite
weg in Richtung D Saite gerutscht. Die Oktavreinheit ist in Verbindung
mit dem Holzsteg zwar nicht hundertprozentig, aber im nicht negativ
auffallendem Bereich. Gut genug um ohne Feilmaßnahmen am Holzsteg
auszukommen. Allerdings aber nur mit einer umwickelten G-Saite, denn für
die ist der vorhandene Holzsteg ausgerichtet. Eine probeweise aufgezogene,
von der Stärke her passende blanke G-Saite warf die Oktavreinheit ziemlich aus dem Ruder. Auch der Klang ist mit einer
gewickelten G-Saite in meinen Ohren viel ausgewogener. Der Verkäufer vermutete aufgrund des Etiketts im Korpus, dass es sich um die 58zigste von Heritage gebaute Eagle handelt. Aus dem im Korpus vermerkten Model 58 könnte man auch Model 5B herauslesen. Aufgrund des Baujahres könnte andererseits 58 hinkommen, aber letztendlich ist das auch egal. Ich lese da mittlerweile eher SB für Sunburst heraus. Die Gitarre hatte bis auf ganz leichte Plektrumsstreifen auf dem Schlagbrett keinerlei Gebrauchsspuren, auch die Bünde waren wie neu. Die Gitarre ist offenbar kaum bis gar nicht gespielt worden und ich hoffe, sie wird sich mit der Zeit noch so richtig schön einschwingen.
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